Will Google own the web of the future? Picture source: mobilementalism.com
No, this is not an other post with a narrow focus on the new browser from the wellknown company. The following text has been published first on the website of Z_punkt The Foresight Company. Maybe the browser release is a milestone in the company’s and the web’s history (up to now there is a difference). It is a good opportunity for some folks to look back and forward – e.g. What to Expect from Google in the Next 10 Years. And the present, uncontroversial facts are excting as well.
The reactions in “Slow Europe” to Google’s coup are remarkable and come as expected. Some would like to forbid that speed of innovation, at least they are crying … and they know “Hey, we are _definitly_ out of the (search business) game! We even do not know the rules!”.
Time ago I really enjoyed the post of Michael Arrington about some desperate efforts of European hmm… “research politics”. The post closed: “… no wonder that many of the best European entrepreneurs keep coming to the U.S. to start companies.”
Chrome – Web-Herrschaft oder nette Innovation?
Als am 2. September der Browser Chrome in über 100 Ländern zum Download bereitgestellt wurde, war dies dem deutschen Fernsehen eine Meldung in den Abendnachrichten wert. Die Blogosphäre bebte, die Kommentare der Wirtschaftspresse überschlugen sich mit Interpretationen. Die Bedeutung dieses Software-Release war begründet in der Urheberschaft. Google, der Marktführer der Internetsuche und kapitalstärkster Akteur im Webgeschäft, war der Schöpfer des neuen Browsers. Die Überraschung war geglückt, zumal CEO Schmidt Jahre zuvor Pläne für einen Google-Browser dementiert hatte.
Die Erwartungen an das neue Produkt waren hochgesteckt, denn Google gilt geradezu als Innovationsfabrik und ist neben Apple eines der Unternehmen der Welt, das es versteht den Output der Innovationsabteilungen in sprudelnde Umsatzquellen zu verwandeln.
Make it or buy it – Die Innovationsfabrik in Zahlen
Das intellektuelle Kapital des Unternehmens ist neben der weltumspannenden Serverfarm das wichtigste Vermögen. Google weiss diesen Schatz, die rastlose Hirnmasse seiner Mitarbeiter, in Schwung zu halten. Bereits zweimal wurde die Firma zum beliebtesten der Arbeitgeber der USA gekürt. Neben der idealen, offenen Atmosphäre für die verwöhnte Kreativklasse gibt es jede Menge Extras für die umworbenen Angestellten.
Lernen können Unternehmen allerdings auch von der “zupackenden Art” bei der Akquisitionstätigkeit. So hat sich Google von 2001 bis heute 54 Firmen einverleibt, darunter die bekannten Schwergewichte Youtube (1,65 Mrd. USD) und da Werbenetz DoubleClick (3,1 Mrd. USD) – das entspricht 7,7 Akquisitionen pro Jahr. Während andere Unternehmen dieser Größe durch komplexe Managementstrukturen und “Intrigantenstadl” gelähmt werden, wieselt Google immer noch wendig wie ein junges Startup durch die Web-Wirtschaft.
Neuro-Branding oder: Google, die “Marke der Herzen”
Über 130 Produkte hat Google bislang ausgestoßen, wobei diese entsprechend des Geschäftsmodells meistens Teil des Gratis-Imperiums sind. Von Google Maps, Earth, Talk und Mail, bis zum Browser Chrome – die Marke macht glücklich, denn die B2C-Dienste kosten keinen Cent. So setzt der Markenkern tief in unseren Hirnen, im Belohnnungszentrum den Anker, umgarnt uns das bunte Logo mit immer neuen Geschenken, versetzt uns in infantile Arglosigkeit.
Googles Welt auf tönernen Füßen?
Einen Haken hat die Sache allerdings. Letztlich hat Google nicht wirklich etwas zu verschenken, über kurz oder lang werden alle Dienste rentabel gemacht über das Geschäftsmodell Kontext-Advertising. Google “plakatiert” das gesamte Web immer präziser mit seiner Mini-Werbung Adsense und Adwords. Unser aller Durchklick auf die möglichst unseren Interessen entsprechenden Textanzeigen ist es, der das Wunder des googleschen “Gratis-Web” möglich macht.
In dieser Hinsicht hat es die agile Company im Januar 2008 eiskalt erwischt. War etwa im Oktober 2007 der traumhafte Zuwachs von 37% bezahlter Klicks zu verzeichnen, so bedeuteten die 532 Millionen Klicks im Januar 2008 null Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Möglicherweise klingelten seitdem die Alarmglocken bei Google und die Zeitpläne der Innovations-Roadmap wurden verschärft. Vielleicht sehen wir jetzt die Anstrenungen um die mobile Plattform Android, den “Wikipedia-Killer” Knol.com oder den “revolutionären” Browser Chrome vor diesem Hintergrund mit etwas anderen Augen. Google prescht an allen Fronten nach vorne und will seine Vorherrschaft durch den Vorsprung der Innovation sichern. Die beschleunigte Evolution des Web ist insofern nur das Nebenprodukt dieser strategischen Logik.
Zitate
“Google wird immer mehr zur unkontrollierten Weltmacht; die sich nicht in die Karten schauen lässt.” Gerald Reischl (Die Google-Falle), 3.9.2008 Newsletter ibusiness.de
“Google greift nicht nur Microsoft an, sondern möglicherweise das gesamte Ökosystem des Web, in dem Firefox (Get back the Web) ja eine ganz konstruktive Rolle gespielt hat”, Willi Schroll, 3.9.2008 Newsletter ibusiness.de
Links
Chrome, Gears, Android – Googles Angriff auf Microsoft
ZDNet.de IT-Business-Blog, 3.9.2008,
cgi.zdnet.de/itmanager/
List of acquisitions by Google – Wikipedia, the free encyclopedia
en.wikipedia.org/wiki/List_of_acquisitions_by_Google
List of Google products – Wikipedia, the free encyclopedia
en.wikipedia.org/wiki/List_of_Google_products
Web’s future: Google’s new battlefield – the browser
Willi Schroll, future facts blog 3.9.2008
blog.futurefacts.net/2008/09/02/googles-new-battlefield-the-browser/
Will 2008 Be Google’s End Of Innocence?
Michael Arrington, TechCrunch Blog 16.6.2008
www.techcrunch.com/2008/06/16/will-2008-be-googles-end-of-innocence/





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